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Die natürliche Heilung von Krebs:

Scharlatanerie oder echte Alternative?

Wer an Krebs erkrankt ist, will gesunden. Wer den Angeboten der Schulmedizin nicht voll vertraut, der fragt sich, ob der Krebs nicht auch auf natürliche Weise geheilt werden kann. Krebs natürlich heilen – gänzlich ohne Schulmedizin und nur mit den Angeboten der Naturheilkunde – oder die sogenannten Spontanheilungen von Krebs. Wer im Internet nach einer alternativen Behandlung von Krebs mit natürlichen Heilmitteln sucht, der wird bald fündig werden. Dort wird von Pflanzen berichtet, die angeblich 1000-mal stärker als Chemotherapien sind. Oder von Wundermitteln wie Natron, deren Einsatz angeblich von Mainstream-Medien und Pharmaindustrie unterbunden werden soll.

Wir haben uns eingehend mit der natürlichen Heilung von Krebs beschäftigt. Kann die Naturheilkunde wirklich als Alternative zur Naturheilkunde angesehen werden? Welche Erfahrungen werden damit gemacht? Welche Rolle spielt die Ernährung in der alternativen Krebstherapie? Geht es ohne Chemo?

Unser Fazit: Naturheilkunde kann zur Heilung von Krebs beitragen. Patienten sollten diesen Vorteil nutzen, um ihre persönliche Heilungschance zu steigern. Um die Naturheilkunde effektiv einzusetzen, ist es jedoch wichtig, ihre Grenzen zu kennen und unsachliche Heilversprechen zu entlarven.

Lesen Sie selbst, worauf Sie achten sollten und was Sie tun können.

 

Krebs natürlich heilen: Unsachliche Heilversprechen am Beispiel Cannabis-Öl

Eines der bekanntesten Naturheilmittel, das eine natürliche Heilung bei Krebs verspricht, ist neben dem Natron das Cannabis-Öl des Kanadiers Rick Simpson. Rick Simpson kam mit dem Cannabis-Öl während seiner eigenen Krebserkrankung in Kontakt. Er litt an einem Melanom, der bösartigsten Form der Hauttumore. Laut seinem Erfahrungsbericht behandelte er sich selbst mit Cannabis-Öl. Der Krebs verschwand, kam erneut wieder, um dann wieder zu verschwinden. Seitdem propagiert er das Cannabis-Öl als natürliches Heilmittel bei Krebs, das schulmedizinischen Therapieformen überlegen sei. Auf die Schulmedizin könne man mit seinem Öl gut verzichten. Viele Menschen legen weltweit Hoffnung in sein Öl und wenden es bei Krebserkrankungen an. Was ist dran am Cannabis-Öl? Hält es, was Rick Simpson verspricht? Unsere Recherchen zeigen: Seine Versprechen sind mit Vorsicht zu genießen.

Krebs natürlich heilen

Die Wirkstoffe des Cannabis, die sogenannte Cannabinoide, sind aufgrund ihrer antitumoralen Wirkung bekannt. Leider handelt es sich hierbei um Erkenntnisse aus Zell- oder Tierstudien. Erst eine kleine klinische Studie untersuchte die Wirkung von Cannabis als Krebsmedikament bei Menschen. Die Ergebnisse dieser Studie? Von den acht Teilnehmern konnte kein einziger geheilt werden, obwohl das Krebswachstum bei einzelnen zwischendurch verlangsamt werden konnte.

Das Potenzial von Cannabis als Krebsmedikament ist wissenschaftlich gesehen also noch unzureichend erforscht. Rick Simpson und seine Anhänger sehen das anders. Selbst bei schweren Verläufen seien Erfolgsaussichten von bis zu 80 Prozent zu erwarten. Leider entbehren solche Versprechen einer sachlichen Grundlage. Wie Herr Simpson selbst sagt, geben ihm zu wenig Anwender Rückmeldungen, mit denen er die Wirkung statistisch beurteilen könne.

Das heißt nicht, dass Cannabis bei Krebs nicht eine sinnvolle Option ist. Besonders in der Behandlung von typischen Beschwerden leistet es gute Dienste.

 

Was ist mit den Einzelfällen,
bei denen der Krebs natürlich geheilt wurde?

Ob mit Cannabis-Öl oder mit anderen Naturheilmitteln: Das Internet ist voll mit Anekdoten, die vom Erfolg einer natürliche Heilung einer Krebserkrankung berichten. Tatsächlich ist es möglich, dass eine Krebserkrankung ohne schulmedizinische Therapie oder während einer naturheilkundlicher Behandlung ausheilt. Leider geben die geschilderten Anekdoten oft zu wenig Anhaltspunkte über die Krankheitsgeschichte, um beurteilen zu können, wie es zu dieser Heilung kam. Waren wirklich Wundermittel für die Heilung verantwortlich oder kam zu einer sogenannten Spontanheilung? Darüber wird heftig gestritten. Die Anhänger der Wundermittel behaupten ersteres, Fachleute sind da vorsichtiger und sprechen lieber von Spontanheilung. Wunderheilung oder Spontanheilung – wir wollen uns hier kein Urteil anmaßen. Dafür gibt es einfach noch zu wenig gesicherte Erkenntnis. Eins scheint jedoch zu klar zu sein: Krebspatienten, die angeblich nur auf natürliche Weise geheilt worden sind, verbindet meist eine Gemeinsamkeit: Sie haben ihr Leben und insbesondere ihre Ernährung umgestellt. Dies kann auch die Wissenschaft bestätigen: Spezielle Änderungen des Lebensstils und der Ernährung können die Heilung von Krebs begünstigen. Doch dazu später.

 

Eigene Heilungschancen richtig einschätzen

Krebs alternativ heilenWer sich dazu entscheidet, Krebs natürlich heilen zu wollen, tut dies meist, weil er von den schulmedizinischen Therapien keine Hilfe erwartet. In der Tat gibt es zahlreiche Krebsformen, für die die Schulmedizin noch keine erfolgsversprechenden Therapien anbieten kann. Dies gilt jedoch nicht für die meisten häufigen Krebsformen. Diese sind heutzutage schon sehr gut heilbar. Vor gut zwei/drei Jahrzehnten sah das noch ganz anders aus. Nur ein Drittel der Krebspatienten überlebte ihre Erkrankung. Heute dürfen schon bald zwei Drittel auf dauerhafte Heilung hoffen. Besonders bei den häufigen Krebsformen erzielt die Schulmedizin beachtliche Ergebnisse, wie der „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016“ des Robert Koch Instituts angibt. Beispielhaft hierfür die 5-Jahres-Überlebensraten von:

  • Brustkrebs: Frauen 88 Prozent.
  • Hautkrebs: Frauen 94, Männer 91 Prozent.
  • Gebärmutterkrebs: Frauen 80 Prozent.
  • Prostatakrebs: Männer 93 Prozent.

Naturheilkundliche Therapien bei KrebsTrotzdem behaupten noch viele wie Herr Simpson, die alternative natürliche Heilmittel anpreisen, die Schulmedizin habe keine Antwort auf den Krebs. Dass Chemotherapie und Co. nur belastend für die Patienten sind und deren Lebenszeit verkürzen. Dies ist heutzutage nicht mehr zutreffend, wie die Überlebensraten beweisen. Richtig ist jedoch, dass die aggressiven schulmedizinischen Therapien eine große Belastung für den Kranken darstellen. Zum Glück gibt es die Naturheilkunde. Diese kann dazu eingesetzt werden, dass Chemotherapien und ähnliche Verfahren besser vertragen und deren Nebenwirkungen gelindert werden. Dazu kann zum Beispiel der Einsatz von hochdosiertem Vitamin C bei krebsbedingter Erschöpfung gezählt werden.

Heutzutage sollte jeder Krebspatient seine Heilungschancen realistisch von Ärzten einschätzen lassen, bevor er weitreichende Entscheidungen fällt. Etwa ob er auf die Schulmedizin verzichten sollte und eine natürliche Heilung anstreben. Unserer Meinung nach ist letzteres wirklich nur bei unheilbaren Krebsformen und -stadien eine wirkliche Option. Vorher sollten alle Mittel der Schulmedizin ausgenutzt werden. Sie kann – im Gegensatz zu sogenannten natürlichen Alternativen – genaue Auskunft über die Heilungschance geben. Nicht alles, was der Arzt vorschlägt, sollte ungeprüft angenommen werden. Wir möchten hier besonders auf den unsinnigen Einsatz von palliativen Chemotherapien hinweisen. Palliative Chemotherapien schaden Patienten, als dass sie ihnen nutzen würden.

Ist der Einsatz der Naturheilkunde nun sinnlos bei Krebs? Nein, ganz im Gegenteil. Sie kann zwar (noch) nicht als alleinige Therapie bei Krebs empfohlen werden. Wohl aber als Ergänzung. Schließlich können mit ihr die Heilungschancen der Schulmedizin noch einmal verbessert werden.

 

Krebs natürlich heilen: Das können Sie tun

Wer an Krebs erkrankt ist und sich in die Hände der Schulmedizin begibt, ist dieser nicht ausgeliefert. Die Therapie bestimmt nicht der Arzt allein, sie wird im gemeinsamen Gespräch mit dem Patienten entschieden. Für die Vorbereitung für das Arztgespräch hält der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums wertvolle Informationen bereit. Er bietet auch individuelle Beratung zu Therapieformen, Erkrankung und Heilungschancen.

Wir empfehlen, zusätzlich die naturheilkundliche Optionen bei Krebs zu nutzen. Auch hierfür sind fundierte Informationen wichtig, die einen verantwortungsbewussten Einsatz der Naturheilkunde erlauben.

Eine gute Übersicht …

… über die aussichtsreichsten naturheilkundlichen Verfahren bei Krebs liefert zum Beispiel das Buch „Naturheilkunde bei Krebs“. Die Autoren stellen fundierte Maßnahmen vor, die bewiesenermaßen die Heilungschancen von Krebspatienten steigern. Dazu zählt auch ein spezieller Lebensstil und eine angepasste Ernährungsweise. Zudem geben sie darüber Auskunft, wie Naturheilkunde auch zur Behandlung der häufigsten Beschwerden und Nebenwirkungen, die während einer Krebserkrankung und deren Therapie auftreten, eingesetzt werden kann.

 

Krebs natürlich heilen: Fake-News erkennen

Einen wichtigen Hinweis wollen wir Ihnen noch geben. Zur alternativen Heilung von Krebs kursieren viele unsinnige und irreführende Meldung im Netz. Oft stecken dahinter finanzielle Interessen, die Leser auf eine bestimmte Internet-Seite bringen oder Produkte verkaufen sollen. Mit der Angst von Krebspatienten lässt sich nämlich viel Geld verdienen. Wir möchten, dass Sie sich davor schützen. Eine gute Hilfe, um die Qualität von Gesundheitsinformationen im Netz zu beurteilen, ist die Checkliste des ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin. Des Weiteren ist bei allen naturheilkundlichen Belangen bei Krebs die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr eine gute Anlaufstelle. Sie informiert unabhängig und fundiert zu den Möglichkeiten der Naturheilkunde bei Krebs. Sie kann Sie auch mit Adressen von Ärzten und Heilpraktikern versorgen, die Naturheilkunde für Krebspatienten anbieten.