Warum muss man sich entspannen?

Wenn man in Google das Wort „entspannen“ eintippt, bekommt man fast 10 Millionen Treffer. Das ist eine ganze Menge. Daran sieht man, welche Bedeutung dahinter steht.

Doch wie entspanne ich richtig und vor allem, warum muss man sich entspannen? Welche Methoden gibt es, welche davon sind sinnvoll, welche sind unsinnig, wie wende ich sie richtig an und wie schnell nutzt es mir. Das sind einige Fragen, mit denen wir uns in diesem Teil-Blog beschäftigen.

Das vegetative Nervensystem

 
Unser Organismus ist tagtäglich vielen Einflüssen ausgesetzt. Diese müssen verarbeitet und beantwortet werden. Die Reaktionen auf diese Einflüsse müssen für uns sinnvoll sein. Dazu hat die Natur in uns zwei wichtige Nervensysteme eingebaut: das sympathische und das parasympathische Nervensystem (vegetatives Nervensystem). Diese beiden Systeme werden durch verschiedene Hormone gesteuert und befinden sich normalerweise im Gleichgewicht.

Zu viele Reize zerstören das Gleichgewicht

 
Kommt es zu einer Überreizung des Organismus, gerät das vegetative Nervensystem in eine erhöhte Spannung. Alles findet sich in Anspannung. Die Muskulatur wird angespannter und fängt an zu schmerzen, das Herz fängt an zu rasen, man entwickelt Kopfschmerzen, man wird unkonzentriert und die Fehlerhäufigkeit wird größer. Alles Dinge, die wir nicht brauchen können. Doch woher kommt es, dass wir so reagieren?

Der Steinzeitmensch in uns

 
In den frühen Entwicklungsphasen des Lebens auf unserer Erde wurden Mechaanismen entwickelt, die einer drohenden Gefahr wirksam ausweichen können. Das war wichtig, da das Überleben daran hing.

Es gab drei Reaktionen auf eine Gefahr:

1. Weglaufen
2. Kämpfen
3. Sich tot stellen

Diese Reaktionen haben wir immer noch in uns. Bei allen diesen Reaktionen ist eine erhöhte Anspannung und kurzfristige Erhöhung der Aufmerksamkeit erforderlich. Außerdem müssen kurzfristig vermehrt die Energiespeicher geöffnet werden. Weglaufen oder kämpfen erfordern hohe Energien. Aber auch sich totstellen braucht erhöhte Aufmerksamkeit, damit man im Bedarfsfalle rechtzeitig doch weglaufen oder kämpfen kann.

Der moderne Mensch im Überlebenskampf

 
Heute sind wir in einem geordneten Lebensablauf eingebunden. Unsere animalischen archaischen Reaktionen werden durch die Vernunft eingebremst. Wir können im täglichen (Arbeits-) Leben nicht einfach davon laufen oder kämpfen. Obwohl man öfters den Wunsch hat, den Kollegen oder den Chef einfach stehen zu lassen oder ihm eine auf die Backe zu hauen. Das geht nur einmal, dann ist man seinen Job los, von einer Klage wegen Körperverletzung mal ganz abgesehen. Auch sich tot stellen nutzt nur kurze Zeit. Die Hormone werden aber dennoch frei gesetzt, da die Zeitspanne der Evolution für die heutigen Anforderungen zu kurz war. Wir haben also immer noch den Steinzeitmenschen in uns. Und damit müssen wir fertig werden.

Die Lösung

 
Normalerweise werden die hohen Hormonkonzentrationen wieder abgebaut. Wenn aber kurz darauf wieder eine solche Situation eintritt, bleibt der Hormonspiegel weiter erhöht. Also müssen wir uns willentlich wieder „abregen“ oder einfach die Hormone verbrauchen, wie sie beim Weglaufen oder Kämpfen verbraucht worden wären. Damit kommt der Organismus wieder in sein Gleichgewicht und man entspannt.

In weiteren Artikeln werden wir uns anschauen, was in unserem Körper geschieht. Was versteht man unter Stress, was geschieht in unserem Gehirn, was muss das Herz- Kreislaufssystem ertragen, welche anderen Organe sind betroffen, welche Verfahren zur Entspannung gibt es und wie wirken sie.

Schauen Sie wieder bei uns rein und …
… bleiben Sie entspannt. 😉

 

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