Ein Gruß aus der Elfenwelt

Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) mit seinen leuchtend – mystischen Blüten gehört in vielen Sagen und Legenden zu den Pflanzen des Elfenvolkes. So glaubte man, dass die Elfen die wunderschönen rosafarbenen Blüten mit ihren roten Tupfen als Kopfbedeckungen und Hüte verwenden. Die wild wachsende Pflanze galt vor allem im Mittelalter als magische Schutzpflanze die eine Verbindung zu den Elfen schafft. Dabei macht die Giftigkeit der Pflanze diese um so geheimnisvoller.

Allgemeines zu Digitalis

Ähnlich leuchtend, markant und einladend wie die Königskerze leuchtet uns der Fingerhut entgegen. Wo aber Königskerze an kargen Böden in praller Sonne wächst, bevorzugt der Fingerhut ruhige, schattige, versteckte, naturbelassene Wälder. Wo die Königskerze ein Allheilmittel für jedermann ist, handelt es sich beim Fingerhut um ein Herzmedikament, von dem schon 2 Blätter hochgiftig sind.

Phytotherapie

Da Digitalis hochgiftige Glykoside enthält, ist die Dosierung Schulmedizinern vorbehalten. Für ein ganzheitliches Verständnis sind die zwei Hauptwirkungen interessant:

Zum einen steigern Glykoside die Kraft des Herzmuskels, sodass dieser wieder in der Lage ist kräftiger zu pumpen. Zum anderen entlasten sie das Herz, indem sie die Herzfrequenz senken, sodass das Herz nicht mehr so oft pro Minute schlagen muss.

Homöopathie:

Wie auch die Königskerze, Ehrenpreis, Augentrost, Leinkraut gehört Digitalis zu den Braunwurzgewächsen. Deren Thema ist es, dass man sich versteckt, zurücknimmt, Familiengeheimnisse mit deckt, aus Angst die Zugehörigkeit zur Familie zu verlieren. Während die Königskerze hilft, trotz, ja gerade mit dem Dunkel der Familie zu leuchten, unterstützt der Fingerhut, wenn man sich ohnmächtig gelähmt und schuldig fühlt gegenüber der geballten Macht der Familie, die vorzuschreiben scheint, wie man zu sein haben sollte. In der Homöopathie wird der Fingerhut unter dem Namen „Digitalis“ meistens in den Potenzen D6 bis D12 verwendet. In diesen Potenzen ist der Fingerhut nicht mehr giftig. Auch in der homöopathischen Zubereitung wird Digitalis vor allem gegen Herzerkrankungen eingesetzt.

Ganzheitliches Verständnis

Wo die Königskerze eine Tür öffnet und Licht in die Stube leuchten lässt, ist der Fingerhut viel geheimnisvoller, mystischer, schwerer zu er- und begreifen. Erst mal denkt man: Finger weg, weil giftig! Andererseits ist er ein Fingerhut, ein Schutz für die Finger, die besondere Stelle, an der viele unserer Meridiane enden. Auch der Herzmeridian endet an den Fingern, natürlich am Ringfinger, wo wir unsere Liebe verfestigen anhand des Eheringes. Wo die Königskerze einfach ermutigt, sein Licht leuchten zu lassen, gibt der Fingerhut einen Schutz. In diesem Schutz wagt man es, seine Macht und Magie (Giftigkeit steht für Magie, Kreativität) zu leben. Man kann weitergehen und sagen: Im Schutz dieses purpurnen Kleides kann man sich zeigen, wie man ist. Nach Goethes Farbenlehre ist Purpurmagenta die 8. Farbe, die nur für Hellsichtige sichtbar ist. Die schulmedizinische Verwendung ist sehr mächtig und wirkungsvoll, aber es fehlt ihr an aller Zauberhaftigkeit und Mystik, die dem Fingerhut zu eigen ist. Wenn mein Herz nicht mehr recht schlagen will, kann das daran liegen, dass ich mich zu sehr angepasst habe an die Gesellschaft oder an die Familie. Irgendwann habe ich den Mut verloren, machtvoll und zauberhaft zu dem zu stehen, wonach sich mein Herz sehnt. Bevor es erst soweit kommt, dass mir schulmedizinische Herzglykoside helfen, lohnt sich vielleicht ein Versuch einer energetisch hergestellten Digitalis – Bachblüte.

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Clemens_SteinerClemens Steiner ist Heilpraktiker in Frickingen am Bodensee und befasst sich vor allem mit der Wirkung von Heilkräutern auf körperlicher, emotionaler und seelischer Ebene.
Im Internet ist er unter www.clestei-naturheilpraxis.de erreichbar.

 

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