Ashwagandha ist eine adaptogene Heilpflanze der ayurvedischen Medizin. Sie wird bereits seit über 5000 Jahren für die Behandlung verschiedenster Krankheiten eingesetzt und gehört folglich zu den meistgenutzten Heilpflanzen in Indien, sowie auch in zahlreichen weiteren östlichen Ländern.

Doch auch im europäischen Raum hat Ashwagandha mittlerweile mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Grund hierfür sind die zahlreichen wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre, welche die vielseitige Einsetzbarkeit des ayurvedischen Naturheilmittels aufzeigten. So können vor allem die stresslindernden Eigenschaften sowie auch die förderlichen Wirkungen bei Angstzuständen und Schlaflosigkeit hervorgehoben werden.

Darüber hinaus gilt Ashwagandha als besonders unterstützendes natürliches Mittel für Frauen, da die adaptogene Pflanze dazu in der Lage ist, die Schilddrüsenfunktion zu harmonisieren, was sich sehr positiv auf den Hormonhaushalt bei Frauen in den Wechseljahren auswirkt.

In diesem Artikel befassen wir uns daher mit den Eigenschaften von Ashwagandha und betrachten die wissenschaftlichen Untersuchungen etwas näher, um Ihnen einen möglichst ganzheitlichen Überblick zu verschaffen.

 

Herkunft und Bezeichnung

Ashwagandha (Withania somnifera) ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt. So wird die Pflanze insbesondere im westlichen Raum auch Schlafbeere, Winterkirsche oder indischer Ginseng genannt. Der Name Ashwagandha stammt hingegen aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „Geruch des Pferdes“.

Kategorisch reiht sich das Naturheilmittel bei den Nachtschattengewächsen ein, welche in etwa 90-100 Gattungen umfassen. Das Pflänzchen wird zwischen 30 und 150 cm hoch und wächst in ganz Afrika, China sowie auch in Vorder- und Südasien. Doch auch im europäischen Raum ist die Winterkirsche zu finden. So blüht Ashwagandha ebenfalls in Spanien, Griechenland, Sizilien sowie auch auf Mauritius und den Kanarischen Inseln.

 

Ashwagandha Wirkung

Ashwagandha gilt als gut erforscht, da mittlerweile mehr als 200 verschiedene Untersuchungen mit der Heilpflanze durchgeführt wurden. Traditionell wird die adaptogene Pflanze bereits seit Jahrtausenden als natürliches Schlafmittel eingesetzt. Doch auch bei der Linderung von Stress und Ängsten hat sich das Naturheilmittel einen Namen gemacht.

Ashwagandha verleiht innere Ruhe, Stärke und Energie. Darüber hinaus konnten auch positive Wirkungen auf unsere kognitiven Fähigkeiten festgestellt werden. Des Weiteren fördern die Inhaltsstoffe der Schlafbeere auch die Knochengesundheit, weshalb das Pflänzchen oftmals bei Altersgebrechen zum Einsatz kommt. Außerdem zeigten wissenschaftliche Studien, dass Ashwagandha dazu in der Lage ist, die Schilddrüsenfunktion zu normalisieren.

Das besondere hierbei: Ashwagandha Extrakt konnte sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion als auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion helfen. So zeigten auch Entzündungen, welche mit Hashimoto diagnostiziert wurden, signifikante Verbesserungen.

Betrachten wir also die Wirkungen von Ashwagandha im Überblick:

  • antioxidativ und entzündungshemmend
  • stresslindernd – senkt den Cortisol-Spiegel
  • verbessert den Schlaf
  • stabilisiert den Blutzuckerspiegel
  • lindert Angstzustände und Depressionen
  • verbessert Altersgebrechen und Impotenz
  • schützt die Leber und fördert einen gesunden Darm
  • unterstützt die Nierenfunktion
  • lindert dauerhafte Müdigkeit
  • verbessert die Schilddrüsenfunktion
  • steigert Leistungsfähigkeit und Ausdauer
  • vermindert die Gehirnzellendegeneration
  • beugt verschiedenen Krebsarten vor
  • fördert Knochengesundheit und Muskelwachstum
  • reduziert altersbedingten grauen Star

 

Ashwagandha Inhalstsstoffe

Ashwagandha ist eine adaptogene Heilpflanze. Adaptogene haben bekanntermaßen einen positiven Effekt auf stressinduzierte Krankheiten und Beschwerden, weshalb sie Langzeitschäden (Dauerstress) eindämmen können.

Gleichzeitig schützen sie Zellstrukturen, was vor allem unserer geistigen Leistungsfähigkeit, stressbedingter Müdigkeit und dauerhafter Erschöpfung zugutekommt. So stehen die stressabschirmenden Eigenschaften letztendlich mit der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts verschiedener Mechanismen in Verbindung.

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Als hauptverantwortliche Wirkstoffe gelten die enthaltenen Withanolide und Alkaloide, welche aus den Wurzeln der Pflanze extrahiert werden. Folgende Bestandteile konnten in Ashwagandha* gefunden werden:

  • Withasomnin
  • Withasomniferanolid
  • Withaferin A
  • Anaferin
  • Anahygrin
  • Tropin
  • Cuscohygrin
  • Somniferanoid
  • Somniwithanolid
  • Nicotin

 

Ashwagandha bei Stress und Angst

Ashwagandha beeinflusst unser Immun- und Nervensystem auf natürliche Art und Weise. So profitieren auch Energiestoffwechsel und Hormonhaushalt von der adaptogenen Pflanze. In den letzten Jahren wurden des Weiteren zahlreiche Studien durchgeführt, welche die Wirkung auf verschiedene Studienteilnehmer mit Angstzuständen und Stress untersuchten.

Beispielsweise zeigt eine Studie von N. Singh, M. Bhalla, P. de Jager und M. Gilca (An overview on Ashwagandha, 2011), dass Ashwagandha mit der Wirksamkeit von gängigen pharmazeutischen Mitteln wie Lorazepam und Imipramin vergleichbar ist – jedoch völlig ohne schädliche Wechselwirkungen auskommt und darüber hinaus auch noch eine sehr gute Verträglichkeit aufweist. Außerdem beeinflusst die adaptogene Heilpflanze noch zahlreiche weitere Faktoren positiv, weshalb die Eigenschaften unserer Gesundheit gleich in mehreren Bereichen zugutekommen können.

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Ashwagandha senkt Ängste und den Stresslevel

In einer 12- wöchigen Studie wurden 87 Probanden, die unter Angstzuständen litten, in zwei Gruppen aufgeteilt. Nur die erste Gruppe erhielt tatsächlich zweimal am Tag Ashwagandha Extrakt – der Kontrollgruppe wurden hingegen lediglich 2 Placebo-Tabletten verabreicht.

Nach Auswertung der Ergebnisse waren die Forscher überrascht, da sich die Ängste bei der Ashwagandha-Gruppe signifikant reduzierten. Darüber hinaus konnte auch der Stresslevel und der Grad der Müdigkeit gesenkt werden. Als weiterer Nebeneffekt trat außerdem eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit auf.

Eine weitere Studie des Department of Neuropsychiatry and Generatric Psychatry untersuchte folglich den Einfluss von Ashwagandha auf chronisch-gestresste Menschen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Einnahme von Ashwagandha Extrakt* das Stresshormon Cortisol erheblich reduziert. Erstaunlich war außerdem auch der Einfluss auf die Wahrnehmung der Teilnehmer. So veränderte sich ebenfalls die subjektive Empfindung der Lebensqualität zum Positiven.

Untersuchungen mit Ashwagandha zeigten darüber hinaus, dass auch der Stresswiderstand langfristig verbessert werden kann. So erwirkte eine längerfristige Einnahme bei chronisch gestressten Menschen eine dauerhafte Senkung des Cortisol-Spiegels von 27 Prozent.

 

Ashwagandha und Schlafprobleme

Schlaf- und Durchschlafprobleme stehen häufig in Zusammenhang mit Stress. So ist die innere Ausgeglichenheit ein wichtiger Aspekt, wenn wir rasch und erholsam schlafen wollen.

Aus diesem Grund wird Ashwagandha bereits seit Jahrtausenden dafür eingesetzt, chronische Müdigkeit und Erschöpfungszustände dauerhaft zu lindern. Auch wenn es im ersten Moment widersprüchlich klingt:

Tagsüber verschafft uns Ashwagandha mehr Energie und Leistungsfähigkeit – gleichzeitig profitiert jedoch auch unser Schlafverhalten am Abend von der gesteigerten Aktivität und dem reduzierten Cortisol-Spiegel. Ashwagandha nimmt daher eine ausgleichende Rolle ein, da die Heilpflanze den Hormonhaushalt bei der Kalibrierung unterstützt.

 

Langfristige Auswirkungen von Ängsten und innerer Unruhe

Innere Unruhezustände, Nervosität und Ängste sind auf Dauer sehr schädlich für unsere Gesundheit. Derartige Belastungen wirken sich daher nicht nur negativ auf unseren Schlaf aus, sondern auch auf unsere Organe und die tägliche Leistungsfähigkeit.

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Ashwagandha kann diesen auftretenden Spannungen auf natürliche Weise entgegenwirken, wodurch die aufgewühlten Emotionen und Gefühle folglich wieder ins Gleichgewicht finden. Entspannt sich ein rastloser Geist, profitiert unsere Schlafqualität ebenfalls davon. Aus diesem Grund sind auch die zahlreichen Erfahrungen mit Ashwagandha erklärbar, die über die Jahre gezeigt haben, dass eine langfristige Einnahme auch dauerhaft für weniger Stress und mehr Gelassenheit sorgen kann.

So konnten in weiteren Untersuchungen auch positive Wirkungen auf Menschen mit Depressionen belegt werden. Eine Doppelblind-Studie von K. Chandrasekhar, Jyoti Kapoor und Sridhar Anishetty zeigte darüber hinaus eine Linderung von Angstzuständen um bis zu 70 Prozent.

Ashwagandha kann daher nicht nur als effektives und natürliches Schlaftonikum eingesetzt werden. Die adaptogene Pflanze gilt nämlich ebenfalls als nervenstärkendes Beruhigungsmittel, welches jedoch – im Vergleich zu so manchen synthetischen Medikamenten – keine unerwarteten Nebenwirkungen aufweist und daher gefahrlos eingenommen werden kann.

 

Fazit zu Ashwagandha

Ashwagandha gilt als gut verträgliches und besonders vielseitiges Naturheilmittel. Die Kombination der stresslindernden Wirkungen sowie der förderliche Einfluss auf die Regulierung des Hormonhaushalts sorgen für eine ideale Voraussetzung, wenn wir Stress, Ängste und Schlaflosigkeit auf natürlichem Wege behandeln wollen.

 

andre-tochtermannAndre Tochtermann ist Online Unternehmer, Freelancer, Weltenbummler, Autor und Gründer. Zu seinen Leidenschaften gehören die Aufklärung und Verbreitung alternativer Heilmethoden sowie der bewusste Umgang mit der Natur und sich selbst. Seine Vision beinhaltet die Unterstützung einer gewinnbringenden Kooperation zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin, welche langfristig für mehr Gesundheit und Lebensqualität sorgen kann. Darüber hinaus liegt ihm vor allem die Unterstützung des „Free Spirit Compassion“ Kinderhilfswerks am Herzen.

 

 

Quellen:

Ashwagandha Studien – Wirkungen, Erfahrungen und Studien im Überblick

Bildquellen:
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