Was versteht man unter Lichttherapie

Unter Lichttherapie versteht man die Behandlung mit sehr hellem Licht. Behandelt werden verschiedene Erkrankungen wie Depressionen, vor allem die Winterdepression und die Altersdepression, sowie Schlafstörungen aller Art.

Wie wendet man die Lichttherapie an

Zur Anwendung kommt einmal normales Sonnenlicht. Dies ist die beste Form der Lichttherapie. Selbst bei bedecktem Himmel ist die Lichtenergie der Sonne allemal höher als das Kunstlicht im Haus. Deshalb ist es sinnvoll, wenn man täglich an die frische Luft geht. Dabei tankt man nicht nur Sonnenenergie, sondern auch viel frische Luft. Täglich eine halbe bis eine Stunde reichen aus.

Für zu Hause gibt es Lichttherapiegeräte in unterschiedlichen Preislagen. Wichtig ist die geleistete Beleuchtungsstärke. Diese wird in „Lux“ angegeben. Dabei ist „Lux“ die Lichtleistung je Fläche. Um eine ausreichende Lichtleistung zu erreichen, benötigen die Therapielampen eine Leistung von mindestens 2.500 Lux. Besser wäre 10.000 Lux. Die im Supermarkt erhältlichen Lichttherapielampen haben oftmals keine Lux-Kennzeichnung. Diese sollte man besser nicht verwenden, da das Licht mit größter Wahrscheinlichkeit unter 2.500 Lux liegt und damit unbrauchbar ist. Wissenschaftliche Nachweise liegen für Beleuchtungsstärken von 2.500 Lux bis 10.000 Lux vor.

Bei der Lichttherapie ist es nicht erforderlich, den gesamten Körper mit einzubeziehen. Das Gesicht reicht vollkommen aus. Man setzt sich mit geschlossenen Augen vor eine Therapielampe mit ausreichender Beleuchtungsstärke. Entscheidend ist, dass das Licht die Netzhaut erreicht. Sehr starkes Licht erreicht die Netzhaut im Auge auch durch die geschlossenen Augenlider. Bei 10.000 Lux reicht eine halbe Stunde, bei 2.500 Lux benötigt man schon etwa 2 Stunden. Normale Beleuchtungen im Hause liegen bei maximal 250 – 300 Lux und sind deshalb für eine Lichttherapie niemals geeignet. Also nochmals meinen Hinweis und die Bitte, in ein Fachgeschäft zu gehen. Lassen Sie sich dort verschiedene Lichttherapiegeräte zeigen und vor allem, lassen Sie sich zeigen, dass die Lampe eine Beleuchtungsstärke von mindestens 2.500 Lux, besser 10.000 Lux besitzt. Dies ist entscheidend für die Zeit, die Sie vor dem Gerät sitzen müssen. Es ist schon ein Unterschied, ob Sie jeden Tag eine halbe Stunde oder zwei Stunden vor dem Gerät sitzen.

Die beste Zeit, um sich eine Lichtdusche mit 10.000 Lux zu gönnen, ist die Zeit direkt nach dem Aufstehen. Das hat mit der Wirkung der Lichtdusche zu tun.

Wie wirkt die Lichttherapie

Bei Nacht wird im Gehirn das Schlafhormon „Melatonin“ erzeugt. Dieses sorgt dafür, dass wir zur Nachtzeit schlafen. Scheint tagsüber die Sonne, dann hört die Melatoninproduktion auf und das Glückshormon „Serotonin“ wird im Gehirn produziert. Dieses Zusammenspiel zwischen Melatonin und Serotonin wird durch das Licht gesteuert. Deshalb ist die Zeit für eine Lichtdusche morgens zwischen 7.00 Uhr und 10.00 Uhr am besten. So erreicht man eine optimale tägliche Leistungsfähigkeit und die Winterdepression schwindet. Allerdings sollte man die Lichtdusche nicht zu früh am Tage einsetzen, da sich der Schlaf-Wach-Rhythmus verschieben könnte und eine Art „Jetlag“ entsteht, was eigentlich das Gegenteil von dem ist, was man mit der Lichttherapie erreichen möchte. Damit wären wir schon bei der letzten Frage:

Schadet die Lichttherapie

Grundsätzlich kann eine sinnvoll durchgeführte Lichttherapie nicht schaden. Eines haben wir schon erwähnt, das ist der Jetlag bei zu früher Anwendung am Tag. Weitere Unannehmlichkeiten können bei empfindlich reagierenden Menschen trockene Schleimhäute, Kopfschmerzen oder Hautrötungen sein.

Menschen mit Grauem Star oder nach Netzhautablösung sollten sich vor der Eigenbehandlung das Einverständnis des Augenarztes einholen. Sollten Sie Johanniskrautpräparate nehmen, sollten Sie auch Ihren Arzt vorher fragen, da diese Präparate die Lichtempfindlichkeit deutlich steigern können.

 

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