Was ist eigentlich Wärmetherapie

Unter Wärmetherapie versteht man die Anwendung von Wärme auf bestimmte Körperteile. So zum Beispiel auf Gelenke, den Rücken, die Nasen-Neben-Höhlen oder den Bauch. Es werden aber nur ganz bestimmte begrenzte Körperteile der Wärme ausgesetzt, nicht der ganze Körper. Die Erwärmung des gesamten Körpers wird Hyperthermie genannt und bleibt ganz speziellen Indikationen vorbehalten und sollten nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Dabei sind die Übergänge etwas fließend, beispielsweise bei Sauna oder Wärmekabinen. Grundsätzlich sollte vor einer Hyperthermie ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was passiert bei der Wärmetherapie

Durch die Wärme werden die Blutgefäße erweitert, die Durchblutung wird verbessert und Schadstoffe werden besser abtransportiert. Dabei werden die Muskeln entspannt und die Nervenbahnen leiten bestimmte Informationen weiter, die ein »Wohlfühlen« entstehen lassen. Da die Muskeln entspannen, ist auch der Druck auf Nervenleitbahnen verringert und Schmerzinformationen werden weniger weitergeleitet. Unter dieser gesamten Entspannung kann der Körper sich die Zeit nehmen, Regenerationsvorgänge einzuleiten.

Wie wird die Wärmetherapie durchgeführt

Bei der Wärmetherapie wird auf verschiedene Art und Weise vorgegangen. Jeder kennt die gute alte Bettflasche oder das Hirsekissen aus alter Vorzeit. Diese hat man auf die schmerzenden Körperstellen gelegt und durch die Entspannung, die durch die Wärme entstanden ist, sind die Schmerzen (fast) verschwunden. Bei Bauchschmerzen aller Art und bei Rücken- und Nackenschmerzen haben wir diese Art der Wärmebehandlung wohl alle schon mal kennengelernt. Auch feuchte und trockene heiße Wickel wirken oft Wunder.

Die Rotlichtlampe kann ebenfalls leicht angewendet werden. Vor allem bei Schnupfen und Katarrhen wird die Rotlichtlampe gerne eingesetzt, ebenso bei schmerzenden Gelenken. Wenn man zwischen Lampe und Haut genügend Abstand hält und bei Anwendungen im Gesicht die dazugehörende Schutzbrille trägt, kann eigentlich nichts passieren. Lesen Sie die Gebrauchsanweisung der Rotlichtlampen sehr sorgfältig durch. In letzter Zeit wird berichtet, dass Infrarotlicht Fettzellen einschmelzen lässt. Das ist natürlich Unsinn.

Eine andere Form der Wärmeanwendung ist die Fangopackung, die bei Masseuren vor einer Massage auf die zu massierende Region gelegt wird. Sie hat die Aufgabe, die Muskulatur zu lockern und sie auf die Massage vorzubereiten. Leider sieht man immer wieder, wie Masseure die Reihenfolge umdrehen. Das hat keinen therapeutischen Nutzen und dient nur organisatorischen Gründen in der Massagepraxis. Sollten Sie also die Fangopackung nach der Massage bekommen, protestieren Sie ganz energisch. Das sollte so nicht gemacht werden.

Kann etwas bei der Wärmetherapie passieren

Selbstverständlich. Die Wärme kann zu heiß sein, dann kann es zu Verbrennungen führen. Das passiert vor allem dann, wenn die Wärmequelle zu sehr aufgeheizt wurde oder die Wärmelampe zu nahe an der Haut ist. Bei Infrarotlampen kann es ohne Schutzbrille zu Augenverletzungen führen. Man sollte nicht glauben, dass es ausreicht, wenn man die Augen zu macht. Die Wärme dringt viel tiefer ein, als die Augenlider dick sind.

Bei akuten fieberhaften Infekten sollte man ebenfalls keine Wärmetherapie anwenden. Der Körper überwärmt bei einer Entzündung bereits von sich aus das Gewebe. Bei einem fieberhaften Infekt oder einer sehr akuten Entzündung ist diese Erwärmung sehr massiv. Eine weitere zusätzliche Erwärmung lässt das Immunsystem zusammenbrechen und auch Gewebeschädigungen können eintreten.

Der Körper reagiert darauf mit zusätzlichen Schmerzen. In diesem Falle sollten Sie mit Kälte gegenregulieren. Sollten Sie sich nicht schlüssig sein, ob Sie jetzt Wärme anwenden können oder nicht, fragen Sie Ihren Arzt.

 

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